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WILHELM SALBER ZUM KUNST-COACHING

Von (18.03.2017)    /    Aktuelles

In einem seiner letzten Texte stellte Wilhelm Salber am 22. Novemver 2016 in knapper Form seine Methode der psychologischen Arbeit mit Kunst dar:

Notiz zur Kunst-Intensivierung (sogenanntes Coachen)

Bilder sind in Bewegung

Von Wilhelm Salber

Es geht um den Umgang mit Kunstwerken, nicht um Kunst an sich, nicht um Erleben an sich. Dabei ist wichtig, welche Vorannahmen wir berücksichtigen müssen und um welche Vorannahmen wir herum zu kommen suchen. Es ist unsere Methode, durch die Beschreibung des Umgangs mit Gemälden an die Gestalt des Prozesses heranzukommen, anhand deren wir Kunstwerke verstehen können.

Die Analyse der Wege beim Umgang mit Kunst meint nicht Aneinanderreihung von Einzelheiten, die man zunächst sammeln und dann noch mit einem Etikett versehen muss. Es geht vielmehr darum, die Entwicklung verschiedener Wendungen beim Umgang mit Bildern durch Mitbewegen und -gestalten zu erfassen. Es gibt nicht nur einen richtigen Weg, der an ein Gemälde heranführt.

Im Gegensatz zu einer Aneinanderreihung von Einzelheiten versuchen wir durch die Beschreibung etwas im ganzen herauszumodellieren, das diesem Umgang Gestalt gibt. Auch hier ist wiederum zu bemerken, dass es nicht um eine Kunst an sich oder um ein inneres Seelisches an sich geht. Es geht immer um eine Wirkungseinheit, deren Getriebe im ganzen wir zu charakterisieren suchen.

Bei der Belebung der Züge des Gefüges dieser Wirkungseinheiten beobachten wir, dass dabei Doppeltes und Dreifaches zutage tritt. Die verschiedenen Erfahrungen beim Umgang mit Gemälden werden gleichsam in einen Stellenplan gebracht, der mit den Kategorien des seelischen All-Tages (mit universalen Verhältnissen) zu tun hat, die das Seelische an künstlerische Produktionen und ihre Strukturierung heranrücken.

1) Bilder sind immer in Bewegung. Nochmal gesagt: es geht um den Umgang mit Kunstwerken, nicht um Kunst an sich, nicht um Erleben an sich.

2) Anhand der Beschreibung wird dann zweitens ein Umgangs-Profil erstellt. Was wird erwartet, was ist vertraut, was seltsam, wo hat etwas Ähnliches, wo etwas Entgegengesetztes stattgefunden. Bei Unternehmungen, Alltags-Vorgängen, bei Bekannten, bei Feinden.

3) Drittens: nun kann auf der Grundlage des Profils die Eigenheit einer Gestalt des spezifischen Falls herausgearbeitet werden. In welcher Richtung entwickelt sich bei diesem Fall die Suche nach einer Gestalt? Mit welchen Betroffenheiten, Abwehr-Prozessen und ähnlichem wird gerechnet? Welche unbewussten Geschichten und Rahmen deuten sich an? In welcher Richtung ist eine Bild-Strukturierung zu erwarten?

4) Viertens: anschließend kann diese Gestalt-Eigenheit eines Falles durch die Basisarbeit der Intensivberatung in Bewegung gebracht werden. Dazu bieten das System der Kultur-Morphologie und ihre sechs metapsychologischen Bedingungen Anhaltspunkte zu einer Gewichtung.

 

  

 

SALBER INSTITUT für tiefenpsychologische Beratung